Hospitality 2.0: Notiz vom Jahreskongress des Deutschen Hotelverbandes 2008
Als Referentin beim Jahreskongress des Deutschen Hotelverbandes in Dresden habe ich mich diese Woche mit vielen Hoteliers unterhalten. Ich war begeistert, welch schillernde und eloquente Persönlichkeiten darunter waren. Natürlich wollte ich herausfinden, wieso Hotelmanager das Internet noch recht stiefmütterlich behandeln, wenngleich sie doch anhand der Online-Buchungen sehen würden, welchen Stellenwert das Web einnimmt.
Ich hörte verschiedene Erklärungen. Ein Hotelier hatte vor Jahrzehnten sein gesamtes Marketingbudget in BTX-Anzeigen gesteckt. BTX galt damals als Medium der Zukunft. Das Resultat: zwei Buchungen. Seitdem ist er gegenüber neuen Medien reserviert eingestellt. Ein anderer Hotelier erklärte es mit den enormen Anforderungen an Hotelmanager. Diese seien sieben Tage die Woche, 24 Stunden von "Klopapier bis Internet" für alles verantwortlich. Da ist es wohl verständlich, dass die Energie für das Erschließen des Web-Potenzials zu kurz kommt.
Die Botschaft meines Vortrages war:
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Hotels sollten die Web 2.0-Tools nutzen, um ihren potenziellen Gästen die Entscheidungsfindung im Netz zu erleichtern.
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Um seine virtuelle Unabhängigkeit im Netz zu behalten, ist eine attraktive, contentlastige Website für Hotels gerade im Zeitalter von Bewertungsplattformen und Buchungs-Websites von riesiger Bedeutung. Sonst wird Google das Hotel nie wieder finden.
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Durch den regelmäßigen Einbau von Infos über ihre Destination verbessern sie darüber hinaus ihr Google-Ranking.
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Wieso Hotels dies nicht einfach den Tourismusverbänden überlassen sollten? Weil diese im Internet schwerfällig agieren und personell unterbesetzt sind. Und weil Verbände "tourismuspolitischen" Beschränkungen unterliegen.
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Hotels sollten tunlichst Anreize schaffen, damit Gäste auf der eigenen Website buchen.
Leider konnte ich nur bis zur Mittagspause bleiben. Zum Glück habe ich dennoch Axel Jockwer von Holidaycheck (den ich letztes Jahr interviewte), Malte Siewert von Trivago und Arnd Benninghoff von Holtzbrink eLab persönlich kennen gelernt.

Dresden ist wunderschön! Ich komme sicher wieder. Übrigens, nach meiner Ankunft am Hauptbahnhof bin ich gleich in die Tourist-Info gegangen. Ich wollte eigentlich nur wissen, wie ich zu Fuß ins Maritim komme. Die Mitarbeiterin war überaus freundlich. Sie riet mir zur Straßenbahn. Und obwohl ich weiterhin auf dem Fußweg bestand, informierte sie sich mich genau, wo die Haltestelle war, welche Straßenbahnlinie, in welche Richtung, bis wohin ich nehmen musste und wo ich das Ticket um € 1,80 kaufen konnte. Was soll ich sagen: Durch ihren Einsatz machte sie es sehr einfach für mich. Deswegen nahm ich doch die Straßenbahn. Ich muss also ein großes Lob für den Tourismusverband Dresden aussprechen, dessen Service ich im April kritisch aufs Korn genommen habe. Hier sind einige meiner Dresden-Fotos als Flickr-Slideshow.
Lesen Sie auch Fritz Dreesen über den Kongress im Blog des Hotelverbandes. Nochmals Danke an Markus Luthe, Stefan Dinnendahl, Adelrose Nekzad und die Hauptorganisatorin Nicole Zimmermann für die perfekte Organisation und die Einladung.
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